Der Raum möglicher Proteinveränderungen ist riesig, während ein biologisches Labor nur einen winzigen Teil der Varianten prüfen kann. Das Team entwickelte deshalb EvoMax, einen iterativen Ablauf aus Labormessungen, Gaußprozess-Regression, Protein-Sprachmodell und inverser Faltung. Ausgangspunkt waren lediglich 209 Punktmutationen verwandter Fanzor2-Editoren.

In drei Runden wählte das Modell jeweils 10 bis 20 Kandidaten für die experimentelle Prüfung aus. Zusammen mit einer optimierten Leit-ωRNA entstand der kompakte Editor FanzMAX v3-hLa. Am besten untersuchten Ziel wurden in Zellkultur 97 % der Sequenzen editiert; im Mittel über 19 Stellen waren es rund 33 %. Die 97 % gelten also nicht allgemein für jedes Gen.

Die Forschenden untersuchten vorhergesagte Off-Target-Risikostellen. An den meisten lagen die Editierungen unter 1 %, zwei Stellen beim CXCR4-Ziel erreichten jedoch etwa 2,2 % und 5 %. Außerdem wurde ein einzelner AAV-Vektor gegen menschliches PCSK9 in humanisierten Mäusen eingesetzt. Das war ein kleiner präklinischer Versuch mit drei Tieren je Gruppe und keine Behandlung von Menschen.

Lässt sich der Ansatz auf andere Proteinfamilien übertragen, könnte er die Suche nach Enzymen für Gentherapie, Diagnostik und industrielle Biotechnologie beschleunigen, auch wenn große Mutationsdatenbanken fehlen. Ein kleinerer Editor passt zudem leichter vollständig in einen AAV-Träger und könnte dadurch die Bereitstellung vereinfachen.

Vor einer klinischen Nutzung sind unabhängige Wiederholungen, breitere unvoreingenommene Off-Target-Analysen, Langzeit- und Immunprüfungen sowie Vergleiche mit etablierten Editoren nötig. Optimistisch sind in 2–4 Jahren weitere zielbezogene präklinische Demonstrationen denkbar; erste begrenzte klinische Studien könnten bei guten Ergebnissen in etwa 5–8 Jahren folgen. Eine breite Nutzung lässt sich noch nicht seriös datieren.