Forschende der Harvard T.H. Chan School of Public Health verknüpften Aufzeichnungen kommerzieller Fitbit-Geräte mit klinischen Biomarkern aus dem All of Us Research Program. Der Datensatz umfasste 2.222 Menschen und 8.447 Personenjahre. Aus der Aktivität wurden Intensität, Zeitpunkt und Regelmäßigkeit des Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus bestimmt; das biologische Alter wurde mit PhenoAge geschätzt.
Eine höhere Rhythmusintensität war mit einer um 26 bis 46 Prozent geringeren Wahrscheinlichkeit beschleunigten Alterns nach PhenoAge verbunden. Zusammenhänge von Zeitpunkt und Regelmäßigkeit unterschieden sich nach Geschlecht. Es handelt sich jedoch um Beobachtungszusammenhänge: Die Studie zeigt nicht, dass eine Änderung des Tagesablaufs das biologische Alter senkt, und ein Verbraucher-Wearable ist kein Diagnosegerät.
Eine realistische Anwendung wäre ein kostengünstiger digitaler Langzeitmarker als Ergänzung seltener Laboruntersuchungen. Nach unabhängiger Bestätigung könnte er helfen, einen anhaltenden Zerfall des Rhythmus zu erkennen und Personen für genauere Untersuchungen oder Präventionsprogramme auszuwählen. Eine Aktivitätskurve allein darf keine Diagnose oder Therapie bestimmen.
Vor einer Anwendung braucht es Prüfungen in vielfältigeren Bevölkerungen und mit unterschiedlichen Geräten. Schichtarbeit, Krankheit, Medikamente, Jahreszeit und soziale Bedingungen müssen besser getrennt werden. Prospektive Studien müssen außerdem zeigen, ob Veränderungen des Markers spätere Gesundheitsereignisse zusätzlich zu bekannten Risikofaktoren vorhersagen.
Optimistisch redaktionell geschätzt könnten erste validierte Forschungs- oder Präventionswerkzeuge in 2 bis 4 Jahren entstehen. Eine routinemäßige klinische Bewertung biologischen Alterns per Alltagsarmband dürfte 5 bis 10 Jahre Standardisierung und klinische Validierung benötigen; die Studie selbst nennt keinen Termin.

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