Die Forschenden stellten eine einlagige Membran aus einem kovalenten organischen Gerüst her, deren Poren einwertige Ionen in Wasser trennen. In Experimenten verband sie eine hohe Lithiumselektivität gegenüber Natrium und Kalium mit einem hohen Ionenfluss.

Der Mechanismus geht über ein einfaches Größensieb hinaus. Laut Studie ordnen anziehende und abstoßende Wechselwirkungen zwischen in der Pore gebundenen und hindurchwandernden Ionen die Hydrathülle. Lithium kann deshalb passieren, ohne zuvor energieaufwendig vollständig entwässert zu werden.

Nachgewiesen ist der Transport im Labor durch eine bestimmte Membran, nicht ein fertiges Verfahren zur Lithiumgewinnung. Der öffentliche Abstract belegt weder lange Lebensdauer noch fehlerfreie Großflächenfertigung oder Leistung in komplexen realen Solen.

Mögliche Anwendungen liegen in der selektiven Lithiumgewinnung aus Solen oder Recyclingströmen und in weiteren Membranprozessen für Batterierohstoffe. Dafür braucht es unabhängige Replikation, Stabilitäts- und Foulingtests, Messungen in realen Gemischen und eine skalierbare Herstellung.

Optimistisch geschätzt könnten spezialisierte Pilotmodule in 4–8 Jahren folgen, falls Selektivität und Fluss auch außerhalb sauberer Laborlösungen bestehen bleiben. Eine breite industrielle Nutzung dürfte länger dauern und lässt sich derzeit nicht verlässlich datieren.