Forschende japanischer Universitäten und Institute stellen mit ChemTSv3 ein System für generatives Moleküldesign vor. Übliche Verfahren legen vorab eine Darstellung und damit den durchsuchbaren Raum fest. ChemTSv3 behandelt verschiedene Darstellungen dagegen als Knoten und molekulare Änderungen als Übergänge.

So lassen sich chemische Zeichenketten, Molekülgraphen und Proteinsequenzen sowie unterschiedliche Bearbeitungen gemeinsam abbilden. In Rechenaufgaben zeigen die Autoren, dass die Strategie während der Suche wechseln und Entwürfe von kleinen arzneimittelähnlichen Molekülen bis zu Proteinen bearbeiten kann.

Es handelt sich um eine begutachtete Methoden- und Computerstudie. Das System hat damit kein klinisch geprüftes Medikament entdeckt; Synthese, Toxizität und biologische Wirkung sind nicht automatisch belegt. Mehrere Autoren sind mit MolNavi verbunden, erklären im Artikel jedoch keine konkurrierenden Interessen.

Möglich wären anpassungsfähigere Abläufe, in denen Chemiker Ziele und Darstellung nach Zwischenergebnissen ändern. Nötig sind unabhängige Vergleiche, Laborprüfungen der Kandidaten, Reproduzierbarkeit und Angaben zum Rechenaufwand.

Bei Bestätigung außerhalb der Benchmarks wären breitere Forschungspiloten in 1–3 Jahren plausibel. Auswirkungen auf reale Arznei- oder Materialentwicklung wären eher über 5–10 Jahre zu bewerten und sind aus dieser Studie nicht ableitbar.