Bei Alzheimer und anderen Tauopathien sammeln sich zytotoxische CD8-T-Zellen im Gehirn an. Wo sie das Angriffssignal erhalten, war jedoch unklar. Ein von der Washington University geleitetes Team zeigte in einem Mausmodell mit menschlichem APOE4 und pathologischem Tau, dass ein wichtiger Teil der Reaktion in peripheren lymphatischen Geweben beginnt.
Konventionelle dendritische Zellen des Typs 1 präsentierten dort aus dem Gehirn stammende Antigene und aktivierten CD8-T-Zellen. Wurden diese dendritischen Zellen genetisch entfernt oder ihre Kreuzpräsentation von Antigenen ausgeschaltet, gelangten weniger CD8-T-Zellen ins Gehirn, die Gliaaktivierung nahm ab und Hippocampus, Neuronen sowie einige Verhaltensmaße blieben besser erhalten.
Auch menschliche postmortale Proben mehrerer primärer Tauopathien enthielten mehr CD8-T-Zellen. Das stützt jedoch nur einen Zusammenhang, nicht den gesamten Mechanismus oder die Wirkung eines Eingriffs. Das konkrete Hirnantigen ist unbekannt, und eine genetische Blockade bei Mäusen ist keine sichere oder praktikable Therapie.
Denkbar wäre, die krankhafte Kommunikation zwischen Lymphknoten und Gehirn gezielt zu unterbrechen, ohne die Immunabwehr insgesamt zu schwächen. Zunächst braucht es Replikationen in weiteren Modellen sowie Klarheit über Antigen, Zeitpunkt und Sicherheit. Erste gezielte präklinische Kandidaten könnten in 3–7 Jahren entstehen; ein klinischer Zeitplan lässt sich nicht ableiten.

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