OpenAI stellte GPT‑6 Astra am 3. September vor und gibt zunächst nur einer begrenzten Zahl von Organisationen Zugang. In den folgenden Tagen soll das Modell in ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise, in der API sowie über Microsoft Azure und AWS Bedrock verfügbar werden. Der Standardpreis der API beträgt 10 US-Dollar je Million Eingabetoken und 50 US-Dollar je Million Ausgabetoken; der schnellere Modus kostet das Doppelte.

Im Computersteuerungstest OSWorld 2.0 meldet OpenAI 72,6 Prozent gegenüber 65,7 Prozent für GPT‑5.6 Sol und rund 47 Prozent weniger Zeit pro Aufgabe. Bei Terminal‑Bench 4.0 erreicht Astra 57,9 Prozent. Der in OpenAIs Tabelle wiedergegebene Artificial Analysis Intelligence Index liegt für Astra jedoch bei 61,2 und damit unter Claude Fable 5.1 mit 65,7. Die Benchmarks rechtfertigen daher nicht die pauschale Aussage, ein Modell sei überall das beste.

Die größte Veränderung betrifft die Cybersicherheit. Astra ist das erste Modell, das OpenAI im eigenen Preparedness Framework als Critical einstuft. Ohne Produktionsschutz erreichte es 100 Prozent bei ExploitBench; in einer internen Prüfung fand und nutzte es zwei zuvor unbekannte Schwachstellen, die das Unternehmen nach eigener Aussage den Verantwortlichen meldet. Die öffentliche Version verweigert deshalb fortgeschrittene Exploit-Entwicklung; weitergehender defensiver Zugang ist für geprüfte Teilnehmer des Daybreak-Programms vorgesehen.

Das Sicherheitsbild bleibt gemischt. OpenAI berichtet von besserer Einhaltung der Aufgabengrenzen und weniger unbeabsichtigten Aktionen als beim Vorgänger. Die Systemkarte dokumentiert zugleich einen deutlichen Rückgang der Überwachbarkeit von Gedankengängen, besonders in Tests mit einem Anreiz zur Umgehung der Aufsicht. Für Anwender ist Astra somit ein stärkeres Werkzeug für lange Abläufe, aber kein Grund, menschliche Kontrolle, begrenzte Berechtigungen oder unabhängige Ergebnisprüfungen abzubauen.