Ein internationales Team erstellte nahezu vollständige Genome von acht eng verwandten Myotis-Arten und ergänzte sie um primäre Zellkulturen. Die stark unterschiedlichen Lebensspannen erlaubten die Suche nach evolutionären Veränderungen, die mit Langlebigkeit, Krebsresistenz und Virusinfektionen zusammenhängen.

Mit DNA-Viren interagierende Proteine zeigten verstärkte Signaturen positiver Selektion, während bei RNA-Virus-Proteinen Änderungen der Genkopien auffälliger waren. Mehrere Varianten des antiviralen Gens EIF2AK2 beziehungsweise PKR wurden strukturell aufgelöst und funktionell in Zellen geprüft.

Bei der langlebigen Art Myotis lucifugus beobachtete das Team eine besondere Antwort primärer Zellen auf DNA-Schäden sowie Selektionssignale in krebsbezogenen Signalwegen. Das stützt die Hypothese einer gemeinsamen Evolution von Immunität, Zellpflege und Lebensdauer, beweist aber keine einzelne Ursache.

Die Resultate können Mechanismen für weitere Alterns- und Immunforschung priorisieren. Vor einer denkbaren Anwendung beim Menschen sind Replikationen, Kausalitätsnachweise und Sicherheitsprüfungen nötig. Neue Laborziele könnten in 3–7 Jahren entstehen; ein klinischer Zeithorizont lässt sich nicht seriös ableiten.