Anthropic veröffentlichte Claude Haiku 5.5 am 7. Oktober für umfangreiche Routineaufgaben. Die Modelldokumentation und ein eigener API-Versuch von Simon Willison bestätigen die Verfügbarkeit. Die Vergleichsbenchmarks des Herstellers gelten uns nicht als unabhängig bestätigte Überlegenheit.
Interessant ist die tatsächliche Rechnung: Eine billige Antwort, die ein Mensch zweimal korrigieren muss, ist nicht unbedingt billige Arbeit. Einsparungen hängen von Eingabe, Antwortlänge und Wiederholungen ab. Die offizielle Preisliste unterscheidet Eingaben bis 100.000 Tokens von längeren Kontexten; eine einheitliche Rabattbehauptung wäre irreführend.
Stellen wir uns einen kleinen Wartungsbetrieb vor. KI sortiert Anfragen, erstellt eine kurze Auftragshistorie und markiert fehlende Angaben. Die Technikerin beginnt beim eigentlichen Problem statt beim gesamten Posteingang. Das ist unser mögliches Einsatzszenario, kein nachgewiesenes Betriebsergebnis dieses Modells.
Zunächst braucht der Betrieb typische und schwierige Testfälle, Messungen der Korrekturen und eine klare Übergabe an Menschen. Automatische Zahlungen oder sicherheitsrelevante Eingriffe sind kein guter Einstieg. Sinnvoll ist zuerst ein reiner Vorschlagsmodus ohne Schreibrechte auf Produktionsdaten, mit Kostenkontrolle und Schutz personenbezogener Daten.
Unser optimistischer redaktioneller Zeithorizont beträgt 1–4 Wochen für einen begrenzten Pilotversuch bei einem Team mit guten Daten und vorhandener Integration. Zuverlässiger Betrieb für alle Kunden kann erheblich länger dauern. Der wirkliche Fortschritt wäre unspektakulär: weniger Abschreiben und Suchen ohne zusätzliche versteckte Fehler.
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