RNA wird im Körper leicht abgebaut. Experimentelle Arzneimittel verpacken sie deshalb häufig in Lipid-Nanopartikel. Deren Eigenschaften hängen nicht nur von den Zutaten ab, sondern auch davon, wie Flüssigkeiten bei der Herstellung strömen und sich mischen. In einer begutachteten Studie in ACS Nano stellt ein MIT-Team eine Anlage vor, die Produktionsbedingungen selbst testet und für eine gewünschte Partikelgröße anpasst.

Das System mischt in zwei Stufen und misst während der Herstellung die Partikelgröße mittels Lichtstreuung. Wird der Zielwert verfehlt, verändert es die Einstellungen für folgende Versuche. Die automatisierten Experimente liefern zugleich Daten für ein Modell, das Prozessparameter mit den Partikeleigenschaften verbindet. Auch die Form lässt sich beeinflussen; laut MIT wird sie bislang jedoch nicht in der automatischen Regelschleife erfasst, sondern gesondert überprüft.

Nützlich könnte das bei der schnelleren Gegenüberstellung von Trägern für RNA-Impfstoffe und andere Nukleinsäure-Therapien sein. Forschende könnten Partikel verschiedener Größe mit weniger Handarbeit herstellen und anschließend prüfen, wie sie sich in Zellen und Organismen verhalten. Eine präzise Herstellung belegt für sich genommen weder die Abgabe an das gewünschte Gewebe noch Sicherheit oder therapeutischen Nutzen.

Für die Praxis braucht es Wiederholungen mit unterschiedlichen Rezepturen, tragfähige Kosten bei größerer Produktion sowie Nachweise für biologische Zustellung und Sicherheit. Für jedes konkrete Arzneimittel wären zudem präklinische und klinische Prüfungen nötig. Weitere Forschungspiloten könnten optimistisch in zwei bis vier Jahren entstehen; einen Zeitraum für eine breite klinische Anwendung lässt die Studie nicht zu. Mehrere Autoren stehen auf einer vorläufigen MIT-Patentanmeldung, und das Team arbeitet an der Vermarktung – ein wichtiger Kontext für seine Aussagen.